Themen und Referate aller AAD-Pressekonferenzen

Pressekonferenz 2009

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die 10. Augenärztliche Akademie Deutschland steht unter dem Generalthema:

Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen notwendiger und optimaler Versorgung

Dieses Thema ist von einer Aktualität, an die man vor kurzem nicht einmal in seinen Albträumen gedacht hätte. Das Unwort des Jahres 2008 lautet für niedergelassene Augenärzte nicht etwa „notleidende Banken“, sondern „Regelleistungsvolumina“ – RLV. Diese begrenzen und schränken fachärztliche Leistung in hohem Maße ein. Weiterführende Diagnostik wird so gut wie nicht mehr honoriert mit der Folge, dass das Spektrum der diagnostischen Möglichkeiten für die Versicherten der gesetzlichen Kassen stark reduziert wird.

Dieser Spagat zwischen notwendig und optimal soll dargestellt werden: Parallel zur stürmischen Entwicklung der Augenheilkunde in den letzten Jahren kommt es zum Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik. Diese will nur noch eine Minimalversorgung gewährleisten, weit entfernt von den heutigen medizinischen Möglichkeiten.

Die provokante Frage „Wozu braucht der Mensch zwei Augen?“ macht auf ein Gebiet der Augenheilkunde aufmerksam, dessen Stellenwert nicht angemessen eingeschätzt wird: die Strabologie. Es muss immer wieder daran erinnert werden, dass die wichtige Prägungsphase für die Augen in früher Kindheit liegt und dass hier ein wichtiges Zeitfenster beachtet werden muss.

Von immer größerer Bedeutung in der modernen Augenheilkunde sind bildgebende Verfahren: Sie erfassen Veränderungen bei wichtigen Augenkrankheiten minutiös, damit ermöglichen sie erst eine maßgeschneiderte Therapie. Das bedeutet zum Beispiel, dem Patienten genau soviel Medikamente wie nötig zu geben, aber nicht mehr, da eine wirkungsvolle Therapie immer auch Nebenwirkungen beinhaltet.

Die Themen Auge und Ästhetik sind eng miteinander verbunden. Ein Megatrend der heutigen Zeit sind Schönheit und Wellness. Ästhetische Eingriffe an den Augen, im Bereich um die Augen und in der Region zwischen den Augenbrauen sollten dem kundigen Augenarzt vorbehalten bleiben.

Wir freuen uns, wenn Sie mit dazu beitragen, unsere Anliegen an die Öffentlichkeit zu tragen. Sie können davon ausgehen, dass die Themen beim breiten Publikum auf großes Interesse stoßen werden, weil buchstäblich jeder von uns früher oder später ein Betroffener sein wird.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Georg Eckert,
Pressereferent BVA

Die elektronische Pressemappe mit allen Abbildungen in Farbe kann ab dem 10.3.2009, 18.00 Uhr
unter www.aad.to/presse heruntergeladen werden.
Am Tag des Pressegesprächs finden zwei Patienten-Seminare statt:
10.00 bis 12.00 Uhr „AMD“ (Raum 2) und 18.30 bis 20.30 Uhr „Glaukom“ (Raum 3)

 

 
Inhaltsverzeichnis:
 
 

Meilensteine der Augenheilkunde
(Kampik, Bertram)

Medizinische Erfolge im Spannungsfeld zwischen notwendiger und optimaler Versorgung
 

Die Kluft zwischen „notwendig“ und „optimal“ wächst
(Kampik, Bertram)

Kurzfassung
 

Wozu braucht der Mensch zwei Augen?
(Esser)

Die unterschätzte Bedeutung des beidäugigen Sehens
 

Zwei Augen – drei Dimensionen
(Esser)

Kurzfassung
 

Genauer hinschauen
(Hassenstein)

Die diagnostischen Einblicke in den Augenhintergrund werden immer detaillierter – was bringen uns die Innovationen?
 

Mehr sehen – mehr wissen
(Hassenstein)

Kurzfassung
 

Das „ZunakoChi-Syndrom“
(Press)

Wenn die anatomischen Feinheiten rund um das Auge missachtet werden
 

Lidchirurgie gehört in erfahrene Hände
(Press)

Kurzfassung
 

BVA-Medienpreis

verliehen an Mirko Smiljanic, Deutschlandfunk, sowie Leo Frühschütz und Gerlinde Geffers, ÖKO-TEST